Silvester/Neujahr 2010/2011
Gegen viertel nach zwei am Neujahrsmorgen 2011 telefoniert dbaE mit dem Schwiegermonster. Gut alkoholisiert erzählt Mutti ihrem Sohn, seine Frau – also meine Wenigkeit - verbreite Details aus ihrem Sexleben via Facebook.
Weder dbaE noch ich nehmen das für den Moment richtig auf, da auch wir das eine oder andere Gläschen gepichelt haben und somit unser Hirn nicht 100% funktionstüchtig ist.
Im Laufe des Neujahrstages jedoch dringt des Schwiegermonsters Geschwafel fragmentweise an die Oberfläche meines Bewusstseins und so beauftrage ich dbaE, abends noch einmal seine Mutter anzurufen und nachzuhaken.
In nüchternem Zustand wiederholt das Schwiegermonster die absurden Behauptungen des nächtlichen Telefonates:
- seine Frau verbreite Einzelheiten über Sexualpraktiken via Facebook in der Öffentlichkeit
- sie (also ich) habe sich dahingehend geäußert, wie geil es doch sei, sich beim Sex von den Katzen die Füße lecken zu lassen
- erzählt habe ihr das ihre Schwester, die habe das gelesen
- sie selbst (also das Schwiegermonster) wolle ihren Sohn nur vor negativen Auswirkungen schützen…
Wie jeder, der mich richtig kennt, sich vorstellen kann, blieb mir erst mal der Mund offen stehen. DbaE hielt das Gesagte selbstverständlich für das, was es ist: absurdes Geschwafel.
Nachdem ich mich beruhig habe, meine Gesichtsfarbe von Puterrot (Wut) zu Leichenblass (Entsetzen) gewechselt hat rufe ich des Schwiegermonsters Schwester an. Im absoluten Selbstbeherrschungsmodus frage ich nach, was denn nun wirklich Sache sei.
XY, so der Name der Schwester, ist nahe dem Herzkranzgefäßkollaps und stellt richtig, sie habe lediglich von dieser Geschichte
Es lebe die Weichmäuligkeit unserer Flats! Heut früh maulte der Gatte mich an, ich solle die tote Maus aus seinem Bett nehmen. So weit so gut, das haben wir ab und an mal, da unsere Katzen freien Ausgang haben. Ich schaue mir die Maus genauer an und stelle fest *kraisch* es ist einer meiner Hamster-Jungs! Total durchgelutscht, steif, kalt, nass. Aber: er hat noch geatmet!!!
Also hab ich ihn weich eingepackt und fast eine Stunde in meiner Hand gewärmt. Irgendwann wurde er dann rege, nagte an meinem Finger, schnuffelte, öffnete die Äuglein und konnte auch wieder laufen!
Nu erholt er sich in seinem Häuschen und wird den Schrecken hoffentlich gut verarbeiten.
berichtet und geäußert, dass sie es nicht so prickelnd fände, solcherlei Dinge ins Internet zu stellen. Das sei aber letztendlich doch jedem selbst überlassen und im Grunde sei die Geschichte ja doch schon harmlos.
Nach weiterer Meditation und autogenem Training schrieb ich dann dem Schwiegermonster eine E-Mail mit folgendem Inhalt:
Betreff: Da meine Facebook-Eintragungen doch so großes Interesse erregen..
... hier dann auch für Dich der annähernd originale Text.
Du kannst lesen, was ich in einem Forum zu unserem "Sexleben mit Hamstern und Katzen" geschrieben habe, denn ich habe jetzt keine Lust, 1000e von Einträge auf meiner Pinnwand bis zum 10.11.2010 zurückzurudern. So viel Aufwand ist mir die Sache nicht wert.
Text aus einem Hundeforum... blahblah
Mit XY habe ich deswegen schon telefoniert und hier ist alles erklärt.
Weißt du, was mich nicht nur unglaublich ärgert, sondern auch zutiefst traurig macht?
Dass du
1. meinem Mann einen solchen Unsinn auftischst, anstatt mich direkt anzusprechen und
2. mir überhaupt zutraust, dass ich in der breiten Öffentlichkeit intime Details verbreiten könnte.
Dem einen mag so etwas belanglos erscheinen, ich allerdings nehme das sehr ernst.
Zeigt es mir doch wieder einmall, was für einen Stand ich bei dir habe.
Frohes Neues,
...
(Auf eine Reaktion warte ich bis heute)
Mein Therapeut, den ich am 03/01/2011 konsultiere, ist entsetzt von dieser Geschichte. Er kann sich nicht erklären, warum „diese Frau“ so etwas tut – zumal er sie ganz gut kenn, da sie beruflich öfter miteinander zu tun haben. Er rät mir, keine weiteren Reaktionen zu zeigen, zum Schwiegermonster auf Abstand zu gehen und sie auflaufen zu lassen. Familiäre Verpflichtungen, wie etwa Schwiegervaters Geburtstag Mitte Januar, solle ich wahrnehmen.
Um festzustellen, welche Kreise dieser unglaubliche Humbug schon zieht, telefoniere ich am gleichen Tage noch mit meiner Schwägerin. Dort hat sich zumindest die „Hamster-Story“ schon seit einiger Zeit herumgesprochen und wurde auch seitens des Schwiegermonsters negativ belegt. Meine Schwägerin ist mir ziemlich ähnlich und daher interessiert sie das nicht die Bohne. Wieder ein Minuspunkt für sie auf des Schwiegermonsters Strichliste, im Übrigen.
Wir beschließen, diese und andere vergangene/kommende „Anekdötchen“ schriftlich niederzulegen und dem Schwiegermonster zu gegebener Zeit zu präsentieren.
Der Tag wird kommen.