Dienstag, 29. September 2009

Mäusepäppelstation Tante Lü

Meine Katzen haben die Angewohnheit, Mäuse in allen Stadien der Zermanschung nach Hause zu bringen. So weit ist das nichts Ungewöhnliches und der versierte Katzenhalter ist abgehärtet und geübt darin, die kleinen Leichen zu entsorgen.


Doch leider nun hat sich meine Katze Püppi eine neue Unart angewöhnt: sie bringt die Mäuse lebend. Naja, so gut wie. Manchmal aber doch richtig.


Wie auch immer, mitfühlend und bekloppt, wie ich bin, gab ich den Mäusen, die noch lebten, bisher immer eine kurzfristige Heimstatt in einer gläsernen Auflaufform. Dort verweilten die kleinen Nager, bis sie sich ein wenig erholt hatten, um dann wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Diejenigen, die zu schwer verletzt waren, trug ich zum Nachbarn - zwecks Euthanasie.


Nun brachte mir Madame Püppi eine Maus, die subjetkiv gefühlte 2 Gramm wog und offensichtlich noch untauglich war für das harte Leben im Feld unter Feinden. Also fand Mighty Mouse, wie ich das Mäusekind kurzentschlossen taufte, vorübergehend Obdach in der obligaten Auflaufform. Das Mäuslein war vollkommen unverletzt und nahm das angebotene Trockengemüse und Wasser an.


Also fuhr ich, nachdem ich mich im WWW schlau gemacht hatte, in den Zoofachhandel meines Vertrauens und erwarb ein Glasbecken (welches ja eigentlich zur artgerechten Aufbewahrung von Kiemenatmern dient) sowie Streu, Heu, Futter und passendes Interieur. Mighty Mouse wohnt nun im komfortabel ausgestatteten Eigenheim, frisst wie ein Scheunendrescher und ist schon fast handzahm. Da sich die Feldmaus nun nicht mehr auswildern lässt, werde ich mich um eine/n Mitbewohner/in bemühen, so bald sich das Geschlecht sicher feststellen lässt.







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